Altdorf b. Nürnberg und Altdorf/Uri sind seit dem 11. Juli 2025 offizielle Städtepartner. Der Festakt zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde steht im Zeichen der Bedeutung des internationalen Austausches.
Im Kulturtreff am Baudergraben würdigte Bürgermeister Martin Tabor die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde als ein sichtbares Zeichen der beiderseitigen Freundschaft. Deren Wurzeln reichen bis in das Jahr 1947 zurück, in dem sich der damalige Altdorfer Bürgermeister Fritz Pranz angesichts der Not der Menschen mit einem Hilfegesuch an Altdorf im Kanton Uri gewandt hatte. Daraufhin, so Tabor, sei mehr geschehen, als man habe erwarten können: „Die Menschen in Altdorf/Uri zeigten Herz und Solidarität und halfen Altdorf in Mittelfranken völlig uneigennützig mit Lebensmitteln, Kleidung und anderen lebenswichtigen Gütern.“ Eine Geste, die Tabor zutiefst menschlich nannte, zumal im Vorfeld das Hilfswerk Schweizer Spende eine Unterstützung abgelehnt hatte. Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt allen Wegbereitern der Freundschaft sowie dem amtierenden Gemeindepräsidenten Sebastian Züst und seinem Stellvertreter Ruedi Bomatter, die den Antrag zur offiziellen Partnerschaft in den Gemeinderat von Altdorf/Uri eingebracht haben. Züst und Tabor unterzeichneten die Partnerschaftsurkunde „im Geist der Freundschaft und im Dienst des Friedens in Europa.“
Städtepartnerschaften bauen Brücken
Im Beisein einer Delegation aus Altdorf/Uri, von Vertretern der weiteren Altdorfer Städtepartner und des Stadtrates sowie zahlreicher Ehrengäste betonte Züst die Bedeutung der neuen Partnerschaft: Ohne Druck und wirtschaftliche und politische Absichten basiere sie rein auf der gegenseitigen Zuneigung und werde auch von der Bevölkerung beider Orte gelebt und proaktiv weitergetragen.
Mit Heinrich Wack und Konrad Holz wohnten zwei Zeitzeugen dem Festakt bei. Holz und sein Sohn Jürgen luden auf der Bühne zu einem Rückblick auf die Verbindung zwischen Altdorf/Uri und Altdorf b. Nürnberg ein. Verzweiflung, Hunger und Hoffnungslosigkeit habe das Leben nach Ende des 2. Weltkrieges dominiert, erinnerte sich Konrad Holz. Die Hilfe, die seinerzeit aus Altdorf in der Schweiz gekommen sei, sei ein Lichtblick gewesen, für den er noch heute große Dankbarkeit empfinde. Städtepartnerschaften, betonte der 90-jährige, seien Brücken über Landesgrenzen hinweg und daher zeitgemäßer denn je.
Urs Kälin, ehemaliger Gemeindepräsident von Altdorf/Uri und amtierender Präsident des Vereins „Altdorf für Freunde“, unterstrich, dass die Dankbarkeit, selbst von Krieg verschont geblieben zu sein und das Mitgefühl der Schweizer Bevölkerung Triebfedern für die Anfänge der Freundschaft gewesen seien. Ein Weiterwirken an der gegenseitigen Wertschätzung und Zuneigung sei man den Protagonisten der Vergangenheit, aber auch den zukünftigen Generationen, schuldig: „Die friedvolle Welt beginnt im Kleinen.“
Walter Hruby, 1. Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Altdorf b. Nürnberg, erinnerte in einem launigen Grußwort daran, dass er selbst seit 40 Jahren „in einer Lüge lebe“: Altdorf/Uri habe er schon immer für die Partnerstadt des fränkischen Altdorf gehalten. Aus seiner Sicht ändere sich daran auch nach der Unterzeichnung der offiziellen Partnerschaftsurkunde nichts. Man werde weiterhin miteinander neue Ideen aufbauen, alte weiterführen und Freundschaften auf allen Ebenen pflegen.
Georg Simmen, Regierungsrat des Kantons Uri, bekundete seine Freude darüber, dass „eine wilde Ehe nun endlich legalisiert“ sei. Landrat Armin Kroder unterstrich die Bedeutung kommunaler Partnerschaften vor dem Hintergrund des aktuellen politischen Weltgeschehens. Zum Abschluss trugen sich Sebastian Züst, Georg Simmen und Regierungsrat Urs Janett in das Ehrenbuch der Stadt Altdorf ein.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von den Sidewinders mit Solistin Mimi Tabor und der Schweizer Kapelle „Gruss aus Altdorf“ sowie der Holkschen Horde.

Text: Susanne Voß, Stadt Altdorf b. Nürnberg
Bilder: Alexander Loy und Horst Gruber

Tabor_Zuest_FreundschaftBild20Bild17Bild12Bild10Bild5Bild21